Rund um die Puppe
26. Juli 2017, 02:32:23 *
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Autor Thema: Neurodermitis&Co: (Mohair-)wollfreie Puppenhaare?  (Gelesen 45 mal)
Johanna
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« am: 17. Juli 2017, 15:06:20 »

Hallo, Ihr Lieben, 


im Normalfall sind ja Puppenhaare aus Wolle mit hohem Mohairanteil wunderschön, ganz besonders, wenn per "Flausch-Häkeltechnik" der Mohairflaum so richtig zur Geltung kommt. 
Doch was für Viele eine helle Freude ist, kann für Einige - in diesem Fall z.B. Neurodermitiker und/oder sehr Hautempfindliche - eine Plage sein!


Bei ganz besonders lieben Freunden von mir hat sich Nachwuchs(lt. Sono ein Junge) angekündigt - da ist es natürlich eine riesengroße Freude für mich, eine Puppe zu nähen! Geplant ist ein  Puppenjunge mit Wuschelfrisur: eine Gliederpuppe zum An- und Ausziehen, geeignet ab ca 2-3 Jahren, so daß der Puppenpapa möglichst lange Freude an ihm hat.

Leider waren sowohl Großmutter als auch Mutter als Kinder schwer Neurodermitis-geplagt. Ich wünsche dem Kind von ganzem Herzen, daß ihm diese quälende Krankheit erspart bleibt. Damit ich der Mutter beim Puppenhaar-Material die Wahl lassen kann - aufgrund Ihrer Erfahrung weiß sie mit Sicherheit, was für ihr Kind am besten ist! - habe ich über Alternativen zur üblichen Mohairwolle nachgedacht. 

Möglichkeit 1 wäre solch eine Wuschelfrisur wie Erich ( http://www.rundumdiepuppe.de/forum/index.php?topic=614.msg8901#msg8901 ) oder Lukas ( http://www.rundumdiepuppe.de/forum/index.php?topic=614.msg8898#msg8898 ), mit dem Garn "Sheila soft" von Schachenmeyer aus 96% Polyacryl und 4% Polyamid, das sich trotzdem sehr baumwollähnlich anfühlt. Leider war es nur in hellbraun (paßt farblich nicht gut zu Puppentrikot-Farbtönen), braun und schwarz erhältlich.

Als Möglichkeit 2 kam mir die Idee, aus Baumwollgarn mit der Schlingentechnik eine Perücke zu häkeln und die Schlingen dann aufzuschneiden, so daß eine Wuschelfrisur entsteht. Da hätte ich dann viel mehr Farben zur Auswahl. Doch Baumwollgarn fusselt ja oft an den Enden.

Daher meine Frage an Euch: hat jemand von Euch schon Baumwollgarn für Puppenhaare verwendet? Wie sind Eure Erfahrungen, fusseln die Enden? Wenn ja, gibt es Unterschiede je nach Garn, ist vielleicht sehr dünnes Häkelgarn (für Filethäkeln), doppelt oder dreifach genommen, besser geeignet als "normales" (Bio-)Häkelgarn?

Über Erfahrungsberichte, Tips usw. würde ich mich SEHR freuen! 

Im Voraus schon einmal ein ganz herzliches Dankeschön für Eure Hilfe   

und liebe Grüße  ,

Johanna
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Chris
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« Antworten #1 am: 18. Juli 2017, 08:04:52 »

Das ist ein Thema, mit dem man sich immer mal wieder beschäftigen sollte.
Baumwolle ist schwierig für die Haargestaltung.
Man kann es nur als Perücke häkeln, direktes Aufsticken ist fast unmöglich, weil die  Baumwollfäden sich gar nicht dehnen. Und man wäre bei einer normal großen Puppen ewig beschäftigt.
Ich habe in diesen Fällen ein Perücke mit nicht aufgeschnittenen Löckchen gearbeitet... oder habe eine Grundperücke gehäkelt... also glatt mit festen Maschen und habe dann selber genähte Tressen aufgenäht.
Auch das ist eine wirklich lange dauernde Arbeit... je nach Größe des Kopfes.

Wenn du von dem synthetischen Garn einen guten Eindruck hast, wäre das bestimmt auch eine gute Alternative.

Tressen hab ich folgendermaßen genäht: das Garn wird in möglichst gleichmäßigen Schlingen unter der Nähmaschine mit SEHR kleiner Stichlänge zu langen Bändern zusammengenäht. Diese kann man dann auf den Kopf in konzentrischen Ringen oder spiralig aufnähen.
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Grüßchen Chris Smiley
Johanna
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« Antworten #2 am: 20. Juli 2017, 13:57:06 »

Herzlichen Dank für Deine Tips, liebe Chris! 


Dann hast Du wohl auch die Erfahrung gemacht, daß Baumwollgarn an den Enden sehr fusselt?

Für kleine Kinder habe ich mal diese "lutschfeste" kurze Baumwollfrisur kreiert: mit dünner Häkel-/Strick-BW habe ich den Kopf mit kurzen Schlingstichen bedeckt und die Enden (Abstand dazwischen mehrere cm) nur wenige mm aus dem Kopf herausschauen lassen. Das hat prima geklappt und war bei Puppen bis 40 cm Größe auch nicht aufwendiger als aufgestickte Zopf- oder Pferdeschwanzfrisuren mit Mohairgarn. Die Haare machen halt generell sehr viel Arbeit!
Bei so wenigen Garnenden gab es auch kein Gefussel.
Ich habe mal ein Foto von Klein-Esther hochgeladen, ich hoffe, da kann man das Prinzip erkennen.

Ich glaube, ich fabriziere mal ein Probestück mit sehr dünnem Baumwollgarn (Reste: Farbe ist ja wurscht), das ich 2- oder 3fach per Schlingenhäkeltechnik verarbeite und die Schlingen dann aufschneide. Das Probestück packe ich dann in ein kleines Stoffsäckchen und "malträtiere" es: dann sehe ich, ob es fusselt!

Eine weitere Idee wäre noch, aus Baumwoll(-Acryl)-Bouclè-Garn glatt rechts eine Kappe zu stricken und sie dann zu wenden: die linken Maschen ergeben eine kurze Lockenfrisur!

Mit geschlossenen Schlingen kann ich mich wegen der Gefahr, daran hängen zu bleiben, nicht anfreunden. Sind die lt.CE-Normen nicht ohnehin verboten oder irre ich mich da?

Wenn der "Puppenoma" braun als Haarfarbe gefällt, ergibt das synthetische Sheila soft-Garn wohl die schönste Frisur. Die Puppenjungs mit dieser Frisur ernteten zumindest immer Begeisterung. Mal sehen, was die Puppenoma in spe sagt...


"Nebenher" entsteht noch ein Puppenmädchen mit blondem DollyMo-Pferdeschwanz - für Häkelperücken ist diese Wolle wirklich ein Traum!

Im Moment kämpfe ich mit den Proportionen: da ich meine bisherige Armbefestigungsmethode durch eine neue, haltbarere ersetzt habe (da werden die Arme nicht hinterher per Hand angenäht, Position nach "Augenmaß", sondern per Maschine/Hand direkt in die Rumpf-Seitennaht eingenäht), muß ich eine Berechnungsformel für die korrekte Position entwickeln: Tüftel...! Beim ersten Versuch waren die Arme zu lang und der Ansatz zu niedrig: also gaaaanz vorsichtig auftrennen...!
Ich hoffe, beim zweiten Versuch paßt alles!
 

Liebe Grüße an Euch alle  , ganz besonders an Chris  ,

Johanna

 


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« Antworten #3 am: 25. Juli 2017, 07:58:17 »

Ja da hast du recht, die Schlingen dürfen nicht zu groß sein. Für eine Jungen Locken Perücke läßt sich diese Methode aber gut anwenden, denn die Schlingen sind nur klein. Der  große Vorteil ist, es haart nichts aus.
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Grüßchen Chris Smiley
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