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 Püppchen für die ganz Kleinen, die Zipfelpüppchen

 

Back to the roots?

Gedanken über die ursprüngliche Bedeutung der Waldorfpuppe 

So, da habe ich mit doch tatsächlich noch einmal ein paar Anmerkungen der Anthroposophen der allerersten Stunde hervorgeholt und habe darin nachgelesen, was das Besondere so einer Waldorfpuppe eigentlich nun wirklich ausmacht.

Und das natürlich auch mit aus aktuellem Anlass, wurde ich doch vor Kurzem von einer befreundeten, sehr netten Kollegin darauf hingewiesen, dass ich meine Puppen nun gar nicht mehr Waldorfpuppen benennen darf....Dafür an dieser Stelle noch mal *herzlichen Dank*, denn ich wusste von diesen ganzen Vorgängen gar nicht und hätte so ungewollt gegen diese Gesetze verstoßen ;)

Was also meinten die Begründer der Waldorfbewegung damals damit, als sie von der Bedeutung der Puppe für das kleine Kind sprachen:

Hierzu einige Zitate:

*Für das Kind ist die Puppe ein Gegenüber und kann je nach Alter und Entwicklung des Kindes anders aussehen. Sie darf nicht zu stark ausgestaltet sein, um die Phantasie des Kindes anzuregen.*

Hierzu sagt Rudolf Steiner: "Das Kind verödet innerlich neben der schönen Puppe, weil da für seine Phantasie nichts übrig bleibt..."

An anderer Stelle sagt er in einem Vortrag:

"Oder man kann eine so genannte „schöne" Puppe mit echten Haaren und bemalten Wangen kaufen und sie dem Kinde geben. Es braucht hier gar nicht einmal davon gesprochen zu werden, dass diese Puppe natürlich doch scheußlich ist und den gesunden ästhetischen Sinn für Lebenszeit zu verderben geeignet ist. Die Haupterziehungsfrage dabei ist eine andere. Wenn das Kind die zusammengewickelte Serviette (hier meint er eine sehr einfache Zippfelpuppe -Anmerkung der Autorin) vor sich hat, so muss es sich aus seiner Phantasie heraus das ergänzen, was das Ding erst als Mensch erscheinen lässt. Diese Arbeit der Phantasie wirkt bildend auf die Formen des Gehirns. Dieses schließt sich auf, wie sich die Muskeln der Hand aufschließen durch die ihnen angemessene Arbeit. Erhält das Kind die so genannte „schöne Puppe", so hat das Gehirn nichts mehr zu tun. Es verkümmert und verdorrt, statt sich aufzuschließen."

 

Wenn man sich in diesem Sinne einmal anschaut, was man heute im Internet oder auch in Läden unter der Bezeichnung *Waldorfpuppe so alles finden kann ist das manchmal schon wirklich erstaunlich...

Da findet man z.b. Anleitungen um eine *Waldorfpuppe* zu nähen, in denen mit synthetischem Vlies gearbeitet wird... Macht schon das alleine eine Waldorfpuppe aus, wenn sie ganz aus textilem Material gemacht ist? Oder sollte es wenigsten *Naturmaterial* sein, damit man so einem Namen gerecht wird? Oder man sieht * so genannte* Waldorfpuppen mit großen aufgemalten Kulleraugen und Löckchenperücken, die ein Kussmündchen machen.. Barbie lässt grüßen ;)

 

Ich denke, dass es dazu doch sehr viel mehr an Überlegungen und Einfühlung bedarf, um Puppen zu schaffen, die wirklich der ursprünglichen und inneren Bedeutung von dem was eine Waldorfpuppe sein könnte, nahe kommen.

Eine besondere Bedeutung maßen die Waldorfpädagogen der ersten Stunde der Schlichtheit und Einfachheit in der Gestaltung des Gesichtes bei. Nur punktförmig angedeutet sollten Mund und Augen  möglichst sein, damit das Kind all seine Gefühlsregungen wie in einem Spiegel in seiner Puppe miterleben kann, als seinem engsten Begleiter und Freund.

Ebenso viel Gewicht wurde auf die Farbgestaltung gelegt... entsprechend den Temperamenten konnte man so eine Puppe als Idealen Spielgefährten ganz individuell für jedes Kind erschaffen.

Ich hab in dieser Richtung den Sommer über experimentiert  und habe vier neue Puppen Typen entsprechend den Temperamenten entworfen. Die eher dunkelhaarige Puppe mit kräftigen Gliedmaßen und rotem Kleidchen drückt das cholerische Temperament aus, während die  feingliedrige zartblonde Puppe in heller lichter Bekleidung eher eine phlegmatisch- ruhige Ausstrahlung zeigt. Grünliches Kleidchen und rote Haare könnte sehr schön das sanguinischen Temperament widerspiegeln, während blaue Farben und ebenfall helles Haar dem melancholischen entsprechen würden.

Gern würde ich mich  mit euch über diese Thematik weiter aus tauschen... habt ihr Erfahrung mit Temperament- Puppen... oder ist so etwas alles reine Theorie und man kauft halt für sein Kind, was einem so gefällt?

Betrachtet diese Gedanken einfach als Anstoß für weitere Beobachtungen Eurer Kinder und vielleicht hat der/die  eine oder andere Leser/in Lust, ihre/seine Gedanken dazu im neuen Puppenforum den anderen mitzuteilen.